Willy Wiedmanns Kunst begeistert Washington

Sie ist anders und doch gleich, farbenfroh und gleichzeitig düster, alt sowie neu. Die Besucher im Museum of the Bible in Washington D.C. sind begeistert von Willy Wiedmanns Kunst und seinem Lebenswerk. Denn diese Ausstellung ist einfach anders.

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Eine goldene ART-Edition für die Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Die Klassik Stiftung Weimar hat eine einzigartige Kunstbibel in einer feierlichen Übergabe erhalten.

Bilder sind ihre Sprache. Sie ist ebenso Kunst wie Bibel und bietet den Menschen einen noch nie da gewesenen Zugang. Die Wiedmann Bibel lässt die Geschichten des Alten und Neuen Testaments durch Bilder sprechen und ist damit weltweit einzigartig.

Seit 11. Dezember ist die Herzogin Anna Amalia Bibliothek der Klassik Stiftung Weimar im Besitz einer der limitierten Wiedmann Bibel ART-Editionen. Der Sohn des Künstlers, Martin Wiedmann, überreichte sie in einer feierlichen Übergabe an Bibliotheksdirektor Dr. Reinhard Laube, der die Kunstbibel in Vertretung für die Einrichtung in Empfang nahm.

Dr. Reinhard Laube – Direktor HAAB (li.) – Martin Wiedmann (re.) – © Klassik Stiftung Weimar / Herzogin Anna Amalia Bibliothek

„Die Wiedmann Bibel ist ein beeindruckendes Werk, das auf hervorragende Weise die Bibelsammlung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek bereichert, einer Archiv- und Forschungsbibliothek für Literatur- und Kulturgeschichte. Wir freuen uns über dieses außergewöhnliche Geschenk mit einem künstlerischen Zugriff auf die Bibelwelten und den Luthertext, das nun in unserem Haus überliefert wird und der Öffentlichkeit zugänglich ist“, so Laube.

16 Jahre (1984-2000) arbeitete Willy Wiedmann an dem Kunstwerk. Er malte alle 3.333 Bilder im Stil der Polykonmalerei, den er in den 1960er Jahren entwickelt hatte. Wiedmann gelang es jedoch nicht, sein Werk zu Lebzeiten zu veröffentlichen. Damals war die Drucktechnik noch nicht so weit fortgeschritten wie heute. Sein Sohn, Martin Wiedmann, entdeckte das knapp 1,2 km lange Leporello nach dem Tod des Vaters; in vier Kisten verstaut auf dessen Galeriedachboden. Er stellte sich der Herausforderung, dessen Traum weiterzuführen und die Wiedmann Bibel zu veröffentlichen. Dazu ließ er alle 3.333 Bilder digitalisieren. Es entstand zunächst eine multimediale Bibelwelt. Mit der ART-Edition ging auch der letzte Wunsch Wiedmanns in Erfüllung: eine Veröffentlichung seines Werks als Buch.

„Es ist mir eine Ehre, das Werk meines Vaters an diese traditionsreiche und kulturgeschichtlich bedeutsame Einrichtung überreichen zu dürfen“, sagt Martin Wiedmann. „Für ihn spielten Kunst, Literatur und Kultur immer eine große Rolle. Für sie hat er geatmet — für sie hat er gelebt.“

Entstanden ist die ART-Edition in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bibelgesellschaft und dem renommierten Fotografen und Gestalter Manfred Rieker. Die Ausgabe enthält die kompletten Bilder des Originals und wird ergänzt durch Kommentare, eine Biografie des Künstlers sowie verschiedene Bibelverse aus der revidierten Lutherbibel 2017.

Die Ausgabe in Gold ist auf 333 Exemplare limitiert, die rote und schwarze Edition auf 3.000. Unter anderem haben mittlerweile die Bayerische Staatsbibliothek in München, das Bibelmuseum bibliorama in Stuttgart sowie das Museum of the Bible in Washington D.C. (USA), das größte Bibelmuseum der Welt, eine der limitierten ART-Editionen in ihren Bestand aufgenommen.