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Nach Christenboom gehen Kuba die Bibeln aus

Während hier in Europa die Zahl der Kirchenaustritte immer höhere Dimensionen annehmen, steigt die Zahl der Christen auf Kuba rapide an.

Die Zeitschrift „Christianity Today“ berichtet, dass das kommunistisch regierte Land geradezu einen Boom erfährt. Die Medien orientieren sich dabei an verschiedenen Aspekten. Einer davon ist, dass die Nachfrage bezüglich Bibeln gestiegen ist. Alleine im Juli wurden etwa 83.000 Kopien der Heiligen Schrift auf die Insel gebracht und sind für die Gläubigen in den Kirchen zugänglich. Was für uns schwer vorstellbar ist: Über 40 Prozent haben noch nie in eine Bibel gesehen. Seit über 50 Jahren sind sie in den Buchhandlungen nicht mehr zu haben.

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Per Zufall zum Ziel

Manchmal führt uns gerade was wir nicht wollen ans Ziel.

„Dummes Zeug“, sagen Kritiker. Alles soll im Zusammenhang stehen und zu etwas gut sein? Gibt’s nicht. Doch! Daniel Rossa hat es erlebt. Der Vikar aus dem Ruhrgebiet wollte auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart eigentlich eine Veranstaltung besuchen. Das Problem, er kam nicht mehr rein. „Wegen Überfüllung geschlossen“, hieß es.
So kam es, dass er sich plötzlich auf der Premiere der längsten gemalten Bibel der Welt wiederfand. Das Ergebnis: Rossa war nicht nur einer der ersten Menschen, der „Die Wiedmann Bibel“ zu Gesicht bekam, sondern auch der erste Theologe in der Geschichte, der sie interpretieren durfte. Das war bislang nur dem Künstler, Willy Wiedmann, vorbehalten. Denn er hatte dieses monumentale Werk Jahrzehnte im Archiv versteckt und wie einen Schatz gehütet.

„ÜBER LÄNGSTE KÜNSTLERBIBEL DER WELT GESTOLPERT – NACHKLAPP ZU EINER WELTPREMIERE AUF DEM KIRCHENTAG“ heißt der Artikel, den Daniel Rossa jetzt auf Theologiestudierende.de veröffentlicht hat.

Seine Erkenntnisse geben einen interessanten und gleichzeitig lehrreichen Einblick in die Bilderbibel. Er zieht selbst nicht Bibelfeste in seinen Bann, was häufig in einem „Aha“ Erlebnis endet.

Adam und Eva„Wiedmann stellt den Baum der Erkenntnis – und damit Erkenntnis selbst? – als „Schlangenbaum“ dar… Auffällig ist auch, dass der „Ast“, der Eva den Apfel hinhält, aufgrund von Behaarung und der Form eines „Popeye-Unterarms“ deutlich einen Männerarm darzustellen scheint. Es wäre möglich, dass der Künstler damit der Tatsache Rechnung trägt, dass die Schlange im Hebräischen grammatikalisch männlichen Geschlechts ist (das Böse also nicht vom Weibe kommt!).“

Rossa ist der Meinung, dass „Die Wiedmann Bibel“ selbst Theologen, Kunstgeschichtlern und Künstlern, etc. eine neue Perspektive auf die Heilige Schrift bietet.

So liefert die Wiedmann Bibel sicherlich Anregungen für den Diskurs zwischen den theologischen Disziplinen… Wiedmanns Anspruch, eine vollständige Darstellung der Bibel „aus einer Feder“ zu bieten, kommt dabei dem wissenschaftlichen Interesse an Vergleichbarkeit, Systematisierung und Vollständigkeit weiter entgegen, als es in vielen Kunstprojekten sonst der Fall ist.“

Band Jesus ChristusAuch in Gemeinden oder im Schul- und Religionsunterricht usw., in dem sich die Teilnehmer mit der Bibel beschäftigen, sollte das monumentale Kunstwerk nicht fehlen.

 „Aufgrund ihres Darstellungsreichtums, aber auch durch Wiedmanns Stil bietet die Wiedmann Bibel auch für Gemeindearbeit/-pädagogik, Schulunterricht oder für Bildbetrachtungen in Predigten und Andachten ein hohes Potential, das es wert ist, von Theologinnen und Theologen erkundet und gehoben zu werden.

Rossas Interpretation mach auf jeden Fall Lust auf mehr. Manchmal lohnt es sich einfach, nicht das zu bekommen, was man eigentlich wollte. Denn am Ende wird man mit etwas viel wertvollerem belohnt.