Unglaublich: Fliesenlegerkunst – Die Wiedmann Bibel

Reutlingen/ Stuttgart 13. Januar, 2020 — 10 Jugendliche, 1.400 Stunden, 4.600 Fliesen. In diesem Jahr sah der Stundenplan der Berufsschüler der Kerschensteinerschule etwas anders aus. Es wurde biblisch bei den Fliesenlegern. Lehrer Michael Silbernagl hatte die Wiedmann Bibel zum ersten Mal im Fernsehen gesehen und war von dem Werk fasziniert. Für ihn als Fliesenlegermeister eignet sich der von Willy Wiedmann entwickelte Polykonstil besonders. Denn hier gibt es nur gerade Linien und Winkel. „Ich möchte, dass die Schüler Spaß an ihrer Arbeit haben. Deshalb lasse ich mir immer etwas besonderes einfallen. Alle waren sofort von der Wiedmann Bibel und den Bildern begeistert, auch wenn die Gruppe aus Schülern unterschiedlicher religiöser Herkunft bestand. Natürlich durften sie selbst die Motive wählen,“ sagte Michael Silbernagl. Die Wahl fiel auf zwei Bilder von Jona. 
Mit Elan begaben sich die Schüler an die Arbeit uns machten aus dem Kunstwerk ein Kunstwerk. Erst teilten die Schüler die Motive in Raster auf –  zur Materialberechnung. Danach wurden die passenden Farben ausgewählt, die Kanten in Handarbeit geschnitten und geschliffen, alles verklebt, damit auch nichts abfällt und dann die Mosaike verlegt. Ein Motiv befindet sich in der Umkleidekabine der Reutlinger Berufsschule. 
Martin Wiedmann, der Sohn des Künstlers, war von den Ergebnissen beeindruckt und berührt: „Eine ganz tolle Arbeit, die die Schüler da geleistet haben. Mein Vater wäre mit Sicherheit sehr stolz gewesen. Er hatte immer gerne junge Künstler gefördert.“ 
Im Frühjahr will Michael Silbernagl mit der nächsten Klasse weitere Bilder der Wiedmann Bibel als Fliesenkunst umsetzen.